Abschlussfahrt nach Trier: Alle Wege führen nach Rom – nur unsere Abschlussfahrt nicht

Nach geschriebenen und bestandenen Prüfungen und dem offiziellen Abschlussfest starteten wir am Samstag nach einer gemeinsamen Eucharistiefeier zu unserer Abschlussfahrt. Vom Johanneum aus ging es für unseren Kurs und fast das ganze Team in zwei fachmännisch vollbepackten Bussen Richtung Trier. Mit im Gepäck waren nicht nur sehr gute Laune, sondern auch dicke Regenwolken, die uns bereits während der Fahrt stets vor Augen hingen. Doch auch die Fahrt an sich war nicht langweilig, denn zwischenzeitlich wurden wir von einer Feuerwehrkolonne eskortiert, die zu überholen beinahe zehn Minuten in Anspruch nahm. Unterbrochen wurde die Fahrt Richtung „Rom des Nordens“ durch einen Zwischenstopp in Speyer, bei dem nicht nur die Stadt, sondern auch der Dom besichtigt wurden.

Angekommen in der Jugendherberge in Trier gab es keine lange Verschnaufpause, stattdessen ging es direkt weiter mit der Stadtführung – leider zwischenzeitlich etwas verregnet – und einem anschließenden gemeinsamen Essen.

Auf den Samstag folgte der Sonntag, der mit einer Eucharistiefeier in der Kirche des Priesterseminars begann. Anschließend orientierten wir uns am Fuße Konstantins und durchliefen beim Besuch des Landesmuseums innerhalb weniger Stunden die jahrhundertelange Geschichte der Stadt Trier. Stück für Stück traf der ganze Kurs wieder in der Jugendherberg ein, wo wir den Nachmittag – immer noch nachhaltig begeistert von Füßen – mit Fuß- und Volleyball verbrachten. Die Motivation war hoch, nach der bisher zurückgelegten Wegstrecke einen weiteren Spaziergang zu unternehmen, doch die Wolken schlugen zu und so flüchteten wir uns bereits eine halbe Stunde zu früh in das Restaurant.

Der Montag, der folgte, stand ganz unter dem Zeichen Roms. Er begann mit der Besichtigung der Konstantinsbasilika, nach der wir unseren Stadtführer wieder trafen, um die Kaiserthermen zu besichtigen. Dort entdeckten wir einen lange verschollen geglaubten Zirkelabdruck wieder und hinterließen so einen bleibenden Eindruck bei unserem Stadtführer, der künftigen Gruppen nun zeigen kann, wo sich der Zirkel befindet. Am Nachmittag bestand die Möglichkeit, das Karl-Marx-Haus zu besichtigen. Und auch an diesem Tag folgte wieder eine Sporteinheit, nach der der Kurs sich selbst ein gemeinsames Abendessen organisierte.

Der Dienstagmorgen war geprägt von zwei Villen: der Villa Nennig mit einem großen römischen Bodenmosaik und der neu aufgebauten, im römischen Stil rekonstruierten Villa Borg. Natürlich waren die Wolken wieder da und beschlossen, – wie könnte es auch anders sein – in Strömen zu regnen, sobald draußen die Führung für uns begann. Zwischen den beiden Villenbesuchen blieb noch Zeit für die Besichtigung der Saarschleife und für jeweils einen Teil der Gruppe eine kurze Wanderung und den Baumwipfelpfad.

Der folgende Mittwoch ist besonders erwähnenswert, weil er ein ganz normaler Tag war: wir besuchten die Liebfrauenkirche, in der es wieder eine Führung gab, und schauten uns direkt danach den angrenzenden Dom (keine einfache Dorfkirche!) nicht nur von innen, sondern auch von unten an. Hier bekam das Ambrosianum zur Überraschung aller von Weihbischof Peters eine Reliquie des Hl. Ambrosius geschenkt. Nach dem freien Nachmittag gingen wir dann ganz typisch italienisch essen und ließen den Abend gemeinsam an der Mosel ausklingen.

Und schon war mit dem Donnerstag das Ende unserer Abschlussfahrt vom 24. bis 29. Juli gekommen. Es standen noch der Besuch des Apostelgrabes des hl. Matthias mit einer Führung und anschließend daran eine gemeinsame Eucharistiefeier neben dem Sarkophag des Apostels auf dem Programm. Bei der Rückfahrt kam es schließlich so, dass sich die zwei Busse im Stau verloren und die eine Hälfte der Gruppe so fast eine Stunde früher wieder in Tübingen ankam.

Es bleibt festzuhalten: Es regnet immer dann, wenn wir als Kurs wandern, spazieren gehen oder draußen eine Führung haben. Und: Alle Wege führen nach Rom – nur unsere Abschlussfahrt nicht. Aber das macht nichts, weil sie im „Rom des Nordens“ mindestens genauso schön war wie im „Rom des Südens“.

Bericht: Corinna Merle