Das Leitbild des Ambrosianums

In den nächsten Wochen möchten wir Euch gerne unser neu erarbeitetes Leitbild vorstellen. Vier Schlüsselworte beschreiben den Geist, aus dem heraus wir am Ambrosianum leben, lernen und arbeiten:

  • Bildung – Mein Wissen erweitern
  • Orientierung – Zukunft gestalten
  • Gemeinschaft – Meinen Beitrag leisten
  • Spiritualität – Christsein leben

Die Frage nach dem Menschen ist das Jahresthema am Ambrosianum College

„Das Wesen des Menschen ist, dass er keins hat“ (Thomas Macho). Versuche anthropologischer Selbstbestimmung im Spannungsfeld von Natur, Kultur und Technik – so lautet das Jahresthema des Ambrosianum College. Mit dem Wintersemester beginnt dazu ein eigener Seminarkurs, in dem Wissenschaftler/innen aus sechs Disziplinen Impulse zur Suche nach dem Bild des Menschen geben. Die Vorträge im Rahmen des Seminarkurses sind öffentlich.

Am Montag, 18. Oktober 2021 macht um 16 Uhr c.t. der Theologe Thomas Buchschuster mit dem Thema „Ein Hauch nur“ oder „nur wenig geringer als Gott“? – theologische Perspektiven auf die Frage nach dem Menschen den Anfang. Interessierte sind unter Beachtung der 3-G-Regel im Seminargebäude des Johanneums willkommen!

Als Team hoch hinauf …

… wahrscheinlich lässt sich das vergangene Wochenende unter diesem Motto am besten zusammenfassen. Gleich am Freitagnachmittag starteten wir in unser erlebnispädagogisches Abenteuer. Gut gelaunt fuhren wir nach dem Mittagessen von Tübingen in Richtung Schwäbische Alb. Unser Weg führte uns zu Albergo in Trochtelfingen-Hausen, wo uns die beiden „Albergos“ Betti und Matt herzlich willkommen hießen. Nach einer gemütlichen Ankunft warteten anschließend erste Problem- und Kennenlernaufgaben auf uns. So galt es zum Beispiel mit dem Proviant fürs Abendessen im Gepäck einen Steilhang zu erklimmen und anschließend den eigenen Lebensweg mit Naturmaterialien nachzuzeichnen.

Während der Freitagabend noch auf festem Wiesengrund und bei Lagerfeueridylle ausklang, hielt der Samstag bereits Aufgaben in 20-35 Metern Höhe bereit.
Schauplatz dieser Herausforderung waren Fichtenbäume, die wir zunächst mit Karte und Kompass auf verschiedensten Wegen ausfindig machten und anschließend in einer Seilschaft von drei bis sechs Personen beklettern durften. Highlight des Tages: Nach Überwindung von Höhenangst und Sicherungsbedenken wurden alle Teilnehmer für ihren Mut mit der Möglichkeit eines eigenen Eintrags im „Wipfelbuch“ und atemberaubenden Aussichten belohnt.

Weniger hoch spielte sich unsere gemeinsame Aufgabe am Sonntagvormittag ab. Trotz des Regens und eines überraschenden Gewittermoments übten wir uns in einem Niederseilparcours beim Überqueren von Slacklines in unserer Kreativität und Teamfähigkeit. Durch das Einlassen auf die Natur durften wir an diesem Wochenende also lernen, anderen Teammitgliedern eine Hand zu reichen, ihnen Halt zu verschaffen und „durch Stärkung der Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten beweglich zu werden für den Weg ins Offene, für das Abenteuer Leben“.

Bericht: Lena Hortig, Ambrosianum Sprachenjahr

Kursstart 2021/22 – Auf in einen neuen Lebensabschnitt!

Am Montag, den 13. September 2021 hieß es für uns – die zehn AmbrosianerInnen des diesjährigen Kurses: Auf in einen neuen Lebensabschnitt!

Nach dem Einzug ins Johanneum/Wilhelmsstift und einem ersten Einfinden innerhalb der jeweiligen Wohngemeinschaften wurden wir beim gemeinsamen Mittagessen offiziell willkommen geheißen. Am Nachmittag fanden neben einer einführenden Infoveranstaltung einige Programmpunkte zum gegenseitigen Kennenlernen von Team, MitbewohnerInnen und MitschülerInnen statt, die von einem spirituellen Expuls abgerundet wurden und bei einem gemütlichen abendlichen Ausklang nachwirken konnten.

Erholt von den vielen neuen Begegnungen und Erfahrungen des ersten Tages startete der zweite Tag der Einführungsphase bei sonnigem Wetter auf dem Stocherkahn. So konnten wir die Wahrzeichen der Stadt Tübingen im Rahmen einer Stadtführung sowohl vom Land als auch vom Wasser aus bewundern.

Nach der eindrucksvollen Einführungsphase und der herzlichen Aufnahme freuen wir uns nun auf den Start des regulären Unterrichts, in dem sich sieben AmbrosianerInnen dem Erwerb der Sprachen Griechisch, Latein und Hebräisch widmen und drei AmbrosianerInnen den Collegekurs besuchen werden.

Bericht: Lena Hortig, Ambrosianum Sprachenjahr

Abi – und jetzt? Last Minute ans Ambrosianum!

Viele Ideen – aber noch keinen Plan, was Du nach Deinem Abitur machen könntest? Dann ist eine Orientierungszeit eine gute Option für dich! Mitten in der quirligen Universitätsstadt Tübingen erwartet Dich das Ambrosianum mit seinen beiden Angeboten College Orientierungsjahr und Sprachenjahr.

Lerne Dich und Deine Fähigkeiten besser kennen – finde Dein Studienfach – bereite Dich auf Dein Studium vor – erlebe eine mega Gemeinschaft – werde Teil des unvergesslichen Ambros-Feelings! Es stehen noch Plätze für kurzfristige Bewerbungen bis zum 6. September 2021 zur Verfügung.

Mehr Infos zur Bewerbung findest Du hier.

Abschlussfahrt nach Trier: Alle Wege führen nach Rom – nur unsere Abschlussfahrt nicht

Nach geschriebenen und bestandenen Prüfungen und dem offiziellen Abschlussfest starteten wir am Samstag nach einer gemeinsamen Eucharistiefeier zu unserer Abschlussfahrt. Vom Johanneum aus ging es für unseren Kurs und fast das ganze Team in zwei fachmännisch vollbepackten Bussen Richtung Trier. Mit im Gepäck waren nicht nur sehr gute Laune, sondern auch dicke Regenwolken, die uns bereits während der Fahrt stets vor Augen hingen. Doch auch die Fahrt an sich war nicht langweilig, denn zwischenzeitlich wurden wir von einer Feuerwehrkolonne eskortiert, die zu überholen beinahe zehn Minuten in Anspruch nahm. Unterbrochen wurde die Fahrt Richtung „Rom des Nordens“ durch einen Zwischenstopp in Speyer, bei dem nicht nur die Stadt, sondern auch der Dom besichtigt wurden.

Angekommen in der Jugendherberge in Trier gab es keine lange Verschnaufpause, stattdessen ging es direkt weiter mit der Stadtführung – leider zwischenzeitlich etwas verregnet – und einem anschließenden gemeinsamen Essen.

Auf den Samstag folgte der Sonntag, der mit einer Eucharistiefeier in der Kirche des Priesterseminars begann. Anschließend orientierten wir uns am Fuße Konstantins und durchliefen beim Besuch des Landesmuseums innerhalb weniger Stunden die jahrhundertelange Geschichte der Stadt Trier. Stück für Stück traf der ganze Kurs wieder in der Jugendherberg ein, wo wir den Nachmittag – immer noch nachhaltig begeistert von Füßen – mit Fuß- und Volleyball verbrachten. Die Motivation war hoch, nach der bisher zurückgelegten Wegstrecke einen weiteren Spaziergang zu unternehmen, doch die Wolken schlugen zu und so flüchteten wir uns bereits eine halbe Stunde zu früh in das Restaurant.

Der Montag, der folgte, stand ganz unter dem Zeichen Roms. Er begann mit der Besichtigung der Konstantinsbasilika, nach der wir unseren Stadtführer wieder trafen, um die Kaiserthermen zu besichtigen. Dort entdeckten wir einen lange verschollen geglaubten Zirkelabdruck wieder und hinterließen so einen bleibenden Eindruck bei unserem Stadtführer, der künftigen Gruppen nun zeigen kann, wo sich der Zirkel befindet. Am Nachmittag bestand die Möglichkeit, das Karl-Marx-Haus zu besichtigen. Und auch an diesem Tag folgte wieder eine Sporteinheit, nach der der Kurs sich selbst ein gemeinsames Abendessen organisierte.

Der Dienstagmorgen war geprägt von zwei Villen: der Villa Nennig mit einem großen römischen Bodenmosaik und der neu aufgebauten, im römischen Stil rekonstruierten Villa Borg. Natürlich waren die Wolken wieder da und beschlossen, – wie könnte es auch anders sein – in Strömen zu regnen, sobald draußen die Führung für uns begann. Zwischen den beiden Villenbesuchen blieb noch Zeit für die Besichtigung der Saarschleife und für jeweils einen Teil der Gruppe eine kurze Wanderung und den Baumwipfelpfad.

Der folgende Mittwoch ist besonders erwähnenswert, weil er ein ganz normaler Tag war: wir besuchten die Liebfrauenkirche, in der es wieder eine Führung gab, und schauten uns direkt danach den angrenzenden Dom (keine einfache Dorfkirche!) nicht nur von innen, sondern auch von unten an. Hier bekam das Ambrosianum zur Überraschung aller von Weihbischof Peters eine Reliquie des Hl. Ambrosius geschenkt. Nach dem freien Nachmittag gingen wir dann ganz typisch italienisch essen und ließen den Abend gemeinsam an der Mosel ausklingen.

Und schon war mit dem Donnerstag das Ende unserer Abschlussfahrt vom 24. bis 29. Juli gekommen. Es standen noch der Besuch des Apostelgrabes des hl. Matthias mit einer Führung und anschließend daran eine gemeinsame Eucharistiefeier neben dem Sarkophag des Apostels auf dem Programm. Bei der Rückfahrt kam es schließlich so, dass sich die zwei Busse im Stau verloren und die eine Hälfte der Gruppe so fast eine Stunde früher wieder in Tübingen ankam.

Es bleibt festzuhalten: Es regnet immer dann, wenn wir als Kurs wandern, spazieren gehen oder draußen eine Führung haben. Und: Alle Wege führen nach Rom – nur unsere Abschlussfahrt nicht. Aber das macht nichts, weil sie im „Rom des Nordens“ mindestens genauso schön war wie im „Rom des Südens“.

Bericht: Corinna Merle

Ambros Talk: Corona in Kunst und Beratung

Am 5. Mai 2021 fand erstmals ein digitaler Ambros Talk statt. Unter dem Titel „Corona in Kunst und Beratung“ waren der Künstler Frederick D. Bunsen, die psychologische Beraterin Stefanie Großguth, Mitglieder des Amici Ambrosiani e. V. und der aktuelle Ambrosianumskurs im Gespräch. Bunsen und Großguth legten ihre je eigene Perspektive auf die Corona-Krise dar. In der Beratung führte die Krise zu ungewohnt neuen digitalen Beratungsformaten. Dadurch war Beratung weiterhin möglich. Die kollektive Krise beförderte persönliche Krisen, die dann wiederum bei den Beratungsstellen sichtbar wurden. Hierbei galt, was Großguth in der Beratung auch vor Corona schon auffiel: „Menschen sind überrascht, dass sie in eine Krise geraten“. Das sei in einer von effizienter Selbstorganisation geprägten Zeit bei vielen Menschen nicht vorgesehen. Der Künstler Frederick Bunsen hob hervor, dass eine Krise – bei allem insgesamt Negativen – für die Kunst immer auch ein produktives Element sei. Sie führe als „Disruption“ immer auch zu – wenn auch unfreiwillig – neuen Perspektiven. Ein gemeinsames Fazit des Abends formulierte Bunsen so: „All dies soll sagen, dass unser Leben ständig in Bewegung ist und Veränderungen in allen Formen zum Alltag  – d.h. zum Leben gehören, und nach wie vor ist es entscheidend, wie man auf solche Momente kreativ reagiert. Ich denke, dass es das ist, was jeder aus dem Alltag eines Künstlers schöpfen kann.“